Diakonie-Präsident Rüdiger Schuch
auf der Demonstration vor dem Bundestag am 21.01.2024

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

Aufstehen gegen rechts! Die Diakonie, der große evangelische Sozialverband, sagt mit Ihnen allen und mit Millionen Menschen in unserem Land: Nein zu Hass und Ausgrenzung! Nein zu Rechtsextremismus! Nein zu völkischen Hirngespinsten und Nein zu menschenfeindlichen Deportationsphantasien.

Wir stehen auf gegen rechts! Und wir stehen ein für eine solidarische Gesellschaft. Für eine Gesellschaft der Vielfalt, der fairen Chancen für alle. Für eine Gesellschaft des Zusammenhalts mit den Schwächsten.

Und wir stehen gemeinsam. Uns interessiert nicht, woher eine oder einer zu uns gekommen ist. Uns interessiert, wohin wir gemeinsam gehen. Dafür stehen wir. Und hier und heute zeigen wir allen, die die Axt an unsere Demokratie legen wollen: Wir sind viele! Und wir sind viel mehr als ihr!

Liebe Freundinnen und Freunde,

die Würde des Menschen ist unantastbar. Das steht am Anfang unseres Grundgesetzes. Und als evangelischer Christ füge ich hinzu: Das steht auch am Anfang der Bibel: Alle Menschen sind als Gottes Ebenbild geschaffen. Alle Menschen, unterschiedslos! Ideologien zur Abwertung von Menschen sind mit dem christlichen Bekenntnis unvereinbar.

Die rechten Spalter schwadronieren von Remigration. Sie meinen damit nichts anderes als Vertreibung und Deportation. Das lassen wir nicht zu. Nein, wir sagen: Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind genauso Teil unserer Gesellschaft wie alle anderen. Sie gehören zu unseren 600.000 Mitarbeitenden in der Diakonie. Sie sind genauso Patient*innen in unseren Krankenhäusern. Sie leben in unseren Pflegeeinrichtungen. Sie suchen Hilfe in unseren Beratungsstellen. Sie sind ein Teil von uns.

Die rechten Spalter wollen ausgrenzen. Sie behaupten, gegen die da oben zu sein. In Wahrheit richten sie sich gegen die Schwachen. Wenn es nach den Rechtsextremisten geht, sollen behinderte Kinder nicht mehr mit anderen zusammen lernen. Auch dazu sagen wir Nein: Wir arbeiten für eine inklusive Gesellschaft. Für eine Gesellschaft, in der Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam leben, lernen und arbeiten.

Die rechten Spalter versetzen mit ihrem Hass Jüdinnen und Juden unter uns in Angst und Schrecken. Wir schützen jüdisches Leben. Und jeder Antisemit muss mit unserem entschiedenen Widerstand rechnen.

Liebe Demokratinnen und Demokraten,

Ihr macht mir Mut! Und Ihr macht hier und heute allen Menschen Mut, die sich durch rechte Demagogen bedroht sehen. Unser Land ist vielfältig. Gott sei Dank. Und damit das so bleibt, engagieren wir uns als Evangelische Kirche und Diakonie gemeinsam mit Euch für die faire Teilhabe aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Weltanschauung, Geschlecht oder Alter.

Liebe Freundinnen und Freunde,

klare Kante gegen Rechtsextremismus: Klare Kante für eine weltoffene Gesellschaft. Für eine Gesellschaft der Solidarität und der Vielfalt. Dafür stehen Evangelische Kirche und Diakonie – jeden Tag - mit Euch allen und mit Millionen anderen in unserem Land.

Vielen Dank!

 

Rüdiger Schuch
ist seit 2024 Präsident der Diakonie Deutschland.
 
Zuvor leitete er von 2020 bis 2023 das Evangelische Büro NRW in Düsseldorf und vertrat hier die Landeskirchen im Rheinland, von Westfalen und Lippe gegenüber der Landesregierung und dem Landtag von Nordrhein-Westfalen. Von 2014 bis 2019 war er Vorstandsvorsitzender der Evangelischen Perthes-Stiftung e.V. in Münster.
 
Von 2006 bis 2013 stand Rüdiger Schuch als Superintendent an der Spitze des Evangelischen Kirchenkreises Hamm. Bis 2006 arbeitete er als Pfarrer in der Evangelischen Kirchengemeinde Letmathe (Kirchenkreis Iserlohn), als Berufsschulpfarrer am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg Hagen und in der Evangelischen Kirchengemeinde Vorhalle (Kirchenkreis Hagen).
 
Schuch studierte evangelische Theologie an den Universitäten Bochum, Tübingen und Wuppertal und war 1999 zum Pfarrer ordiniert worden.

Handreichung

für die Diakonie Deutschland zum Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus (Februar 2022)