Evangelische Kirche in Deutschland
Einander-Nächste-Sein
in Würde und Solidarität
Leitbilder des Sozialstaates am Beispiel Inklusion und Pflege
Oktober 2021

Der Sozialstaat fördert Grundrechte und sozialen Frieden, Eigenverantwortung und Solidarität, soziale Dienste und Prävention. Er folgt dem Leitbild der Inklusion, die nicht auszugrenzt und dem Einzelnen die Freiheit erlaubt, Leistungen auszuwählen.
12 Thesen stellt die Kammer der EKD für soziale Ordnung zur Zukunft des Sozialstaates auf. Sie hält insbesondere eine grundlegende Reform der Pflege und ihrer Finanzierung für notwendig. In ihrer Denkschrift hebt sie die Pluralität der Leistungsanbieter hervor, welche das Prinzip der Subsidiarität, zugleich zivilgesellschaftliches Engagement und Selbstbestimmung der Menschen im sozialen Raum, verwirklicht.
Freiheit digital
Die Zehn Gebote in Zeiten des digitalen Wandels
April 2021

Die Denkschrift wendet die zehn biblischen Gebote auf den digitalen Wandel an. Dabei folgt sie der Intention des hebräischen Originals. Darin drücken die Worte jüdischer und christlicher Tradition nicht Befehle aus, sondern geben Orientierung.
Auch in digitalen Räumen geht es darum, Freiheit zu wahren, Gewalt zu unterbrechen, Wahrhaftigkeit zu fördern, Achtsamkeit und Rücksicht zu üben. Als Querschnittstechnologie durchdringt das Digitale die gesamte Lebenswelt. Darum ist sie menschengerecht und sachgemäß zu gestalten, schreibt die Kammer der EKD für soziale Ordnung in ihrem Text.
Bezahlbar wohnen
Anstöße zur gerechten Gestaltung des Wohnungsmarktes
im Spannungsfeld sozialer, ökologischer
und ökonomischer Verantwortung
März 2021

Drei Gründe nennt die Kammer der EKD für soziale Ordnung, warum sie Kirche und Diakonie empfiehlt, sich dem Problem der Wohnungsknappheit zu stellen. Es berühre gleichermaßen die ethische Orientierung, die zivilgesellschaftliche Rolle sowie die eigenen wirtschaftlichen Aktivitäten.
Für ihre Anstösse hat die Kammer den Rat von Fachleuten aus der Wohnungswirtschaft und der EKD-Grundstückskommission eingeholt. Es geht ihr dabei um die Sozialpflichten des Eigentums, das Menschenrecht auf Wohnen, eine sozialökologische Marktwirtschaft und letztlich um Nachhaltigkeit.
Diakonie Deutschland
Mit Mut und Zuversicht -
Neue Chancen im Wandel
Strategie 2026 bis 2028
Juni 2025

Die Diakonie Deutschland hat Strategische Ziele für die Jahre 2026 bis 2028 formuliert. Sie folgen denen für die Jahre 2021 bis 2025.
Sie will ein Zeichen der Hoffnung und ein Motor sein: "Mit Mut und Zuversicht - Neue Chancen im Wandel". Und versteht sich als kraftvolle Stimme für einen gerechten und demokratischen Staat, der allen Menschen gute Lebensperspektiven eröffnet und sie zur Teilhabe einlädt.
Ein Schlüsselthema bleibt die Digitalisierung, die technische, kommunikative, sozialkulturelle und immer wieder ethische Grundsatzfragen stellt, mit denen sich Diakonie kontinuierlich auseinandersetzen will, um Chancen und Risiken abzuwägen.
Vier Schritte
zur emissionsfreien Gesundheits- und Sozialwirtschaft
im Bereich der Sozialwirtschaft
November 2022

Für die Klimawende kann die Sozialwirtschaft selbst eine bedeutsame Rolle spielen. Die größten Potenziale zur CO²-Reduktion bietet – nach Auffassung des Verbandes diakonischer Dienstleister (VdDD), der bundesweit beachtliche Bestand an Sozialimmobilien, die häufig veraltet und energetisch ineffizient sind.
Eine nachhaltige Investitionsstrategie benötige finanzielle Anreize und einen komplementären Rechtsrahmen. Einerseits müsse die Erfüllung von Nachhaltigkeitszielen als grundlegende Aufgabe sozialer Gestaltung anerkannt werden. Andererseits gelte es, das Gemeinnützigkeits- und Energiewirtschaftsrecht entsprechend zu flexibilisieren.
6 Thesen
Freiwilliges Engagement
Kern des diakonischen Selbstverständnisses
November 2021

„Freiwilliges Engagement gibt es vielfältig auch außerhalb und ohne Diakonie. Diese ist allerdings ohne freiwilliges Engagement nicht denkbar“, schreibt Maria Loheide, Vorständin Sozialpolitik, im Vorwort zum Kern diakonischen Selbstverständnisses. Ehrenamtliche würden seit bald 175 Jahren das diakonische Profil in Einrichtungen, Diensten, Projekten und Initiativen im Gemeinwesen und den Quartieren prägen. Derzeit sind es ca. 700.000.
Sechs Thesen definieren freiwilliges Engagement zum Wesen einer demokratischen Gesellschaft – und als unentgeltlich. Es dürfe sich nicht in prekär bezahlte Arbeit verwandeln. Gleichwohl benötige es Resscourcen – organisatorische wie finanzielle. Dabei sollen sich Haupt- und Ehrenamtliche gegenseitig anerkennen und wertschätzen.
Niedersachsen -
sozial und gemeinsam
Positionspapier
Oktober 2020

Die Pandemie habe soziale Probleme verschärft. Daraus, so warnt die Diakonie Niedersachsen, dürfe keine anhaltende Armutskrise werden. Deswegen müsse es eine ernst gemeinte Diskussion über ein solidarisches Miteinander geben. Rechtliche wie finanzielle Einschnitte hätten den sozialen Ausgleich zu wahren.
So sei der Schutz vulnerabler Gruppen durch ein Beschneiden der Freiheit durchgesetzt worden. Darunter hätten viele gelitten. Auch hierzu brauche es einen gesellschaftlichen Diskurs, an dem vulnerable Peronenkreise und ihre Familien zu beteiligen seien.
Diakonischer Corporate Governance Kodex
(DGK)
Juni 2019

Schon 2005 hat die Diakonie Standards und Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodes für die eigene Unternehmensführung übernommen. Zehn Jahre später (2015 bis 2018) wurden sie überarbeitet.
Der DGK soll von Einrichtungen mit mehr als 50 Vollzeitkräften und einem Umsatz von mehr als 2.000.000 € angewandt werden. Kleinere Betriebe und Dienste sind aufgefordert, sich an ihm zu orientieren, so weit es möglich ist.
Die Diakonie hat sich vorgenommen, den Kodex alle sechs Jahre zu überprüfen.
Freie Wohlfahrtspflege
Deutscher Nachhaltigkeitscodex
Leitfaden für die Freie Wohlfahrtspflege
September 2022

Ziel dieses Leitfadens ist es, Organisationen der Freien Wohlfahrtspflege den Aufbau einer Nachhaltigkeitsstrategie und den Einstieg in die standardisierte Nachhaltigkeitsberichterstattung im Sinne des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) zu ermöglichen.
Der DNK ist ein niedrigschwelliges und zugleich anspruchsvolles Werkzeug. Er ermöglicht eine Berichterstattung, die den heutigen fachlichen Erkenntnissen entspricht, neue Entwicklungen mitdenkt, die Anforderungen diverser Anspruchsgruppen erfüllt und die Besonderheiten der Arbeit der Wohlfahrt berücksichtigt.
Anliegen der Wohlfahrtspflege
an der Umsetzung
des Onlinezugangsgesetzes
Eine Argumentationshilfe
Juli 2022

Die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege betrachten die Digitalisierung als große Chance, das Sozialwesen effizienter zu gestalten. Deswegen begrüßen sie das Online-Zugangsgesetz des Bundes aus dem Jahr 2017. Es nehme nicht nur Bund, Länder und Kommunen in die Pflicht, Anträge auf öffentliche Leistungen online stellen zu können, sondern verspricht zugleich, die Teilhabechancen der Bürger_innen zu verbessern.
Doch weisen die Verbände auf ihre herausragende Rolle im Dreiecksverhältnis aus Nutzer_innen, Behörden und Wohlfahrtspflege hin, weil sie es sind, welche - privat und öffentlich finanzierte - soziale Leistungen erbringen. Weshalb sie an der Umsetzung des Onlinezugangs angemessen beteiligt sein wollen.
Transparenz-Standards
Caritas und Diakonie
Januar 2019

Transparenz sei kein Selbstzweck, heißt es im Vorwort. Sie diene der Information und schaffe eine vertrauensvolle Basis für gute Zusammenarbeit. Mit vertretbarem Aufwand soll sie den Blick auf das Wesentliche lenken.
Indem sie die Standards übernehmen, würden Sozialunternehmen eine freiwillige Selbstverpflichtung eingehen. Je nach Rechtsform und Betriebsgröße gebe es zwar eine Reihe von Berichtspflichten, die von Gesetzgebern oder Branchenverbänden gefordert werden. Doch eine Grundtransparenz gehöre mittlerweile zum caritativ-diakonischen Selbstverständnis.